Till Eulenspiegel für Kinder erklärt

Till Eulenspiegel war einmal in ganz Deutschland bekannt. Du kennst ihn nicht? Das liegt wohl daran, dass Till Eulenspiegel bei den Kindern etwas in Vergessenheit geraten ist. Till Eulenspiegel wurde im Jahr 1300, also vor mehr als 700 Jahren, in Kneitlingen, einer kleinen Stadt in Niedersachsen geboren. Das heißt, ob es ihn wirklich gab oder ob Till Eulenspiegel und seine Streiche nur erfunden wurden, weiß keiner genau.

Till war ein Schelm, der im Land herumzog und Leuten Streiche spielte.

Bekannt wurde Till durch seine vielen Streiche, die in einem Buch niedergeschrieben wurden. Insgesamt 90 Geschichten über Till, den Schelm, wurden in dem Buch, welches im Jahr 1530 erschien, zusammengefasst. Auf Bildern wird Till immer mit seiner Narrenkappe, seinem Narrenanzug und einem Spiegel dargestellt.

Später wurde das Buch in viele verschiedene Sprachen übersetzt. So wurden Till und seine Streiche bald auf fast der ganzen Welt bekannt. Till lebte ein freies, ungezwungenes Leben. Er reiste von Stadt zu Stadt und blieb dort nur so lange, wie es ihm gefiel. Von sich selbst behauptet Till, dass er gleich dreimal getauft wurde. Du möchtest wissen, warum? Das kam so:

Das erste Mal wurde Till wie jedes andere Kind in der Kirche von einem Pfarrer getauft. Auf der nachfolgenden Feier sprach die ganze Gesellschaft dem Alkohol zu, denn damals gehörte es zu einer Tauffeier, dass viel Bier getrunken wurde. Auf dem Heimweg, der über eine kleine Brücke über einen Bach führte, fiel die Patin von Till, die das Kind trug, betrunken mit ihm in den Bach. Das war die zweite Taufe. Da das Kind danach voller Schlamm war, musste es zu Hause gebadet werden – und das war die dritte Taufe.

Till Eulenspiegel war für seine Streiche bekannt

Till war für seine Streiche bekannt

Till Eulenspiegel war schon als Kind bei den Einwohnern seines Geburtsortes wegen seiner Streiche nicht gerade beliebt. Vielleicht ist das der Grund, dass es Till Eulenspiegel später nie lange in einer Stadt hielt, denn nicht alle fanden seine Scherze lustig. Besonders diejenigen, denen er “seinen Spiegel vorhielt”, also durch seinen Streich der Person zeigte, wie sie wirklich war, waren sehr verärgert.

Tatsächlich waren seine Streiche nicht immer lustig – zumindest nicht für die Person, der Till eine “Lehre” erteilen wollte. Manch einer der Streiche war hinterlistig, ja man könnte sogar behaupten, sie waren bösartig. Als er älter wurde, begann Till, von Stadt zu ziehen. Eine regelmäßige Arbeit wollte er nicht annehmen, auch eine Lehre wollte er nicht beginnen.

Hin und wieder musste er natürlich doch arbeiten, um Geld für Essen und eine Unterkunft zu verdienen. Sein Arbeitgeber musste jedoch immer damit rechnen, von Till Eulenspiegel verulkt zu werden. Oft stellte der pfiffige Junge sich für seine Streiche sehr dumm und führte wortwörtlich alles aus, was man ihm sagte.

Einmal, zum Beispiel, ging Till auf dem Wochenmarkt an einem Metzger vorbei, der auf einem Tisch allerlei Fleisch liegen hatte. Der Metzger rief Till zu, ob er sich nicht ein Stück Fleisch mit nach Hause nehmen wolle. Daraufhin fragte Till den Metzger, welches Stück. Der Metzger deutete auf ein besonders schönes Stück Fleisch. Till nahm es und wollte gehen. Da schrie der Metzger Till an, er solle gefälligst bezahlen oder das Fleisch zurücklegen. Till weigerte sich, denn schließlich habe der Metzger ihm ja angeboten, etwas Fleisch mit nach Hause zu nehmen. Die anderen Metzger auf dem Markt hörten den Streit mit an und da sie diesen Metzger nicht leiden konnten, verteidigten sie Till. So kam Till zu einem leckeren Braten.

Die stellenweise sehr gesellschaftskritischen Streiche – arm gegen reich und Arbeitgeber gegen Arbeitnehmer – würden auch heute noch in unsere Zeit passen und werden immer noch verstanden. Till versuchte ohne Erbarmen, bestechliche oder selbstzufriedene Menschen – egal ob Adel, Kirche oder die sogenannte bessere Gesellschaft – zu entlarven und ihre Fehler, Sünden oder Eitelkeiten zu zeigen. Till Eulenspiegel war ein Kämpfer gegen die Gier, den Geiz, die Eitelkeit und den Egoismus der Menschen.

Mölln - die Eulenspiegelstadt

Till starb nach langer Krankheit in Mölln, der Eulenspiegelstadt. Hier findest Du alles über den Narren, der seine Mitmenschen mit seinen Streichen begeistert hat. Egal, ob Till Eulenspiegel echt war oder Erfindung – er und seine Streiche sind und bleiben zeitlos. Wenn Du mehr über Till Eulenspiegel wissen möchtest, dann schau doch mal hier auf Till-Eulenspiegel.de.

Bilder: pixabay.com

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